Frass, Monika; Klopf, Johannes; Gabriel, Manfred . Erfinder - Erforscher- Erneuerer
978-3-902776-36-5
€ (A) 26.40
„Erfinder – Erforscher – Erneuerer“ lautete der
Titel der althistorischen Ta-gung, die im April 2018 Vertretern
verschiedenster Fachrichtungen der er-weiterten
Altertumswissenschaften, aber auch technischer Disziplinen
(In-genieurwesen und Maschinenbau) die Möglichkeit bot, Fragen zu
„Innova-tionen“ im Altertum zu diskutieren. Auf der Basis
der schriftlichen und ma-teriellen Hinterlassenschaft wurde versucht,
quellenkritisch Einblick in Ent-stehung und Entwicklung, aber auch in
gesellschaftliche Vorstellungen von „Neuem“ in der Antike
zu gewinnen.
Erfinder sind im literarischen Schrifttum der griechisch-römischen
An-tike wiederholt bezeugt. So erscheinen zahlreiche Namen in
„Erfinderkata-logen“ (Heurematographie), die versuchen
Ideen oder die Erschaffung ver-schiedener Werke primär mit
Einzelpersonen, aber auch mit größeren Grup-pierungen
(Völkern, Städten, etc.) in Einklang zu bringen. Vor allem
Götter und (Kultur-) Heroen erscheinen als „Pioniere“,
als protoi heuretai, deren Erfindungen in alle Gebiete des menschlichen
Lebens reichen. Zum realen Entstehungsprozess von Objekten, sowie zum
Wirken, Werden und Leben von Erfindern selbst ist diese Form der
Literaturgattung jedoch wenig aus-sagekräftig.
Neben dieser vorwiegend mythisch-fiktiven Heurematographie wird in der
antiken Überlieferung aber auch dem historisch-relevanten
Forscher-geist Aufmerksamkeit gezollt. Wissenschaftliche
Problemlösungsansätze von „Suchen und Finden“
(zetesis-heuresis-Modell) werden beispielsweise in
Kulturentstehungstheorien der Sophistik im 5.Jh.v.Chr. formuliert. Hier
werden Aspekte des Erforschens und Entwickelns erkennbar, die sich dem
heutigen Verständnis von Erfindungsgeist und Forschungsleistung
annä-hern. Umsetzungen dieser initialen Forscheraktivitäten
sind nicht zuletzt in bemerkenswerten Werken der Technik und Mechanik
(mechanike techne) in hellenistischer Zeit fassbar, wie beispielsweise
in den bewegten Objekten (Maschinen, Automaten) Herons von Alexandreia.
Im aktuellen Band, dem nunmehr 5. in der Reihe der „Salzburger
Kultur-wissenschaftlichen Dialoge“ liegen die Ergebnisse dieser
inter- und trans-disziplinären „Erfinder
–Tagung“ in schriftlicher Form vor
erhältlich in jeder Buchhandlung oder direkt beim
Verlag.
Hier finden Sie die
Gesellschaft für Kultursoziologie an der Universität Salzburg.